Am 24.03.2021 bzw. am 25.03.2021 beschließen der Rat der Stadt Essen und der Mülheimer Planungsausschuss über die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Nachnutzung des Flughafens Essen/Mülheim.

Das Strukturkonzept sieht eine Wohnbebauung für 6.000 Menschen inklusive eines interkommunalen Gewerbeparks für 2.000 Beschäftigte vor. Hinzukommen soll ein großangelegtes Verkehrsnetz mit entsprechender ÖPNV-Anbindung.  “Hier soll eine Kleinstadt mit höchster Bebauungsdichte entstehen, ohne, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Mitspracherecht haben!” so Christian Schäfer von der Bürgerinitiative “Wir bleiben Flughafen”.

Im Vorfeld hatten der Mülheimer OB Buchholz und der Vorsitzende des Essener Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Bauen, Kipphardt, signalisiert, dass sie sich über die Bereicherung und Ergänzung der Diskussion um den Flughafen freuen und um die Darstellung der Ideen der Bürgerinitiative gebeten. Verwundert nimmt die Bürgerinitiative dazu Stellung: “Wo finden sich die Ideen der Initiative im aktuellen Entscheidungsprozess wieder? In der Beschlussvorlage kommt keine Option zum Weiterbetrieb des Flughafens vor!”

"Wir bleiben Flughafen” hatte allen Beteiligten in der Politik ein umfangreiches Ideenpapier zur Weiternutzung des Flughafens zur Verfügung gestellt, ohne dass dieses bisher Eingang in die politische Diskussion gefunden hätte. Diese Ausarbeitung beschränkte sich nicht nur auf die Zusammenstellung der bisherigen Inhalte und Argumente, sondern skizzierte ebenso Entwicklungspotenziale und Chancen in der Luftfahrtbranche, die am Flughafen Essen/Mülheim umgesetzt werden können. Schäfer: ”Dabei handelt es sich nicht um Luftschlösser! An der Umsetzung solcher innovativen Konzepte arbeiten die Flugschulen, Vereine und Firmen am Flughafen bereits heute.” Auch das findet sich im Ideenkonzept wieder.

Die Bürgerinitiative befürchtet: “Soll am Flughafen nun ohne Bürgerbeteiligung ein neuer Stadtteil entstehen?” Sollten die Verantwortlichen in Essen und Mülheim an der Ruhr damit fortfahren, die Auslobung zu beschließen, ohne (wie angekündigt!) eine vierte Option mit Flugbetrieb aufzunehmen, wäre das ein Schlag ins Gesicht der fast 6.000 Unterstützer, die die Initiative innerhalb kürzester Zeit hinter dem Anliegen versammelt hat.